Tradition und Fortschritt schließen sich nicht gegenseitig aus, manchmal bedingen sie einander. Anders
ausgedrückt: Wer bewahren will, muss zum Wandel, zur Anpassung an veränderte Gegebenheiten bereit sein.
Germania
Als die Germania im Jahre 1892 gegründet wurde, gab es in Weinheim bereits 5 Gesangsvereine. Die Abgrenzung der einzelnen
Stadtteile auf dem Gebiet, das heute Kernstadt genannt wird war zu jener Zeit relativ stark ausgeprägt. Infolgedessen hatten einige
Vereine einen territorialen Bezug – eine Erscheinung, die heute auch noch gegenwärtig ist. Bei der Germania war dies das
„Hintergässer Viertel“, also das Gebiet nördlich der Weschnitz. Hier fasten 4 junge Männer eine Entscheidung, die dann Anfang Juli
1892 konkrete Formen annahm. So fand bereits am 6. August die erste Generalversammlung mit der Wahl des Vorstandes und am
12. August die erste Singstunde statt. Den Vorsitz übernahm Peter Schmiedel, Dirigent war Wilhelm Eyermann. Der junge Verein
hatte einen regen Zuspruch. Wären der beiden Weltkriege kam das Vereinsleben jedoch fast vollständig zum erliegen. So konnte
das 25jährige und 50jährige Bestehen der „Germania“ nicht gefeiert werden. Was anlässlich der beiden vorgegangenen Jubiläen
nicht möglich war, gelang dann 1967 und 1972 in eindrucksvoller Weise: das 75jährige und 80jährige Bestehen wurde gefeiert.
Sängervereinigung
Mitte 1945 wurde die „Sport und Kulturgemeinde“ durch die Militärregierung verboten weswegen die Vereinstätigkeiten, nach
Kriegsende, fast zum erliegen kamen. Erst durch einen Beschluss Ende 1945 durften die Vereine ihre Tätigkeiten wieder aufnehmen.
Unter einem gemeinsamen Dach, dem „Sport und Kulturverein“ fand der Sport, sowohl der Chorgesang, ein neues Zuhause. Am 23.
September 1945 wurde die Sängersparte gegründet und Heinrich Bernhard sen. zum neune Vorsitzenden ernannt. Hans Forth nahm
seine Tätigkeit als Dirigent auf. Seit 03.01.1946 gilt die Sängervereinigung als selbstständiger Verein.
Zusammenschluss
Etwa Mitte der 70 Jahre war innerhalb von „Germania“ und „Sängervereinigung“ bereits über die Möglichkeit eines
Zusammenschluss nachgedacht worden, jedoch wurde dies wieder verworfen. Erst die offene Dirigentenfrage bei der „Germania“
lies den Gedanken erneut aufkommen. Die jeweils mehrheitliche Zustimmung zu dem Vorhaben erfolgte in einer außerordentlichen
Mitgliederversammlung bei der „Germania“ am 01.02.1981 und bei der „Sängervereinigung“ am 01.02.1981. In einer
gemeinsamen Hauptversammlung am 14. März 1981 wurde die Fusion besiegelt. Als erster Vorsitzender wurde Werner Kinzel
gewählt, sein Stellvertreter wurde Herrmann Schumacher. Dirigent wird Richard Trares, der 1979 anstelle des erkrankten Professor
Hartmann zum Dirigenten der „Sängervereinigung“ wurde. Ihm folgte 1982 Bernhard Riffel. 1987 übernahm dann Horst
Öhlenschläger die Führung des Vereins. Zum Erfolg des neuen Vereins zählen zahlreich Gewinne und Tagesbestleistungen bei
Sangeswettstreiten. 1995 nahm dann Walter Muth seine Tätigkeit als Dirigent auf. Nach 18jähriger Tätigkeit gab 2009 Horst
Ölenschläger den Vorsitz der MGV ab. Ihm folgte ein fünfköpfiger Geschäftsführender Vorstand. Bestehend aus: Alfred Albrecht,
Erik Pflästerer, Jochen Güniker, Michael Müller und Jochen Wendt.
Heinrich Bernhard; Quelle: Festschrift 2006
Geschichte im Überblick
Germania
Gründung
1892
1. Vorsitzender
Peter Schmiedel
1. Dirigent
Wilhelm Eyermann
Sängervereinigung
Gründung
23. September 1945
1. Vorsitzender
Heinrich Bernhard sen.
1. Dirigent
Hans Forth
Zusammenschluss
Gründung
1981
Vorsitzende seitdem
Werner Kinzel
Horst Ölenschläger
Geschäftsführender Vorstand
Dirigenten seitdem
Richard Trares
(1981 - 1982)
Bernhard Riffel
(1982 - 1995)
Walter Muth
(1995 - 2001)
Frank Ewald
(2001 - 2007)
Walter Muth
(seit 2007)
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